(f) ISKCON
Deutschland, Nava-Jiyada-Nrsimha-Ksetra - Muster des spirituell-ökologischen
Typs
Für Gemeinschaftsprojekte
des spirituell-ökologischen Typs stehen die Internationale Gesellschaft
für Krishna-Bewusstsein (ISKCON Deutschland) als Organisation und
die ihr zugehörige Farmgemeinschaft Nava-Jiyada-Nrsimha-Ksetra.
Die im Jahr 1966 gegründete ISKCON hat weltweit über 400 Zentren
(alternative Bauernhöfe, Tempel, Wohngemeinschaften) mit ungefähr 5000
Mitgliedern. Etwa 10% dieser Mitglieder sind eingeweiht"
und ca. 3% leben in Hare-Krishna-Wohngemeinschaften. Die Nava-Jiyada-Nrsimha-Ksetra
ist als beispielhaft für die Zentren der ISKCON anzusehen, deshalb
soll sie an dieser Stelle dargestellt werden.
Die
Nava-Jiyada-Nrsimha-Ksetra existiert seit 1980. Heute leben dort
etwa 20 Mitglieder (darunter 4 Kinder). Auf einem ländlichen, etwa 20
ha großen Grundstück, das ihnen gehört, wohnen Ehepaare und Familien
getrennt von Nonnen und Mönchen, die in Ashrams leben. Wegen der spirituellen
Grundeinstellung des Gemeinschaftsprojektes werden auf dem Gelände Kühe
gehalten.
Die
spirituelle Orientierung ist grundlegend für die Alltagsstrukturen der
Nava-Jiyada-Nrsimha-Ksetra. Nach dem Motto: Einfach leben,
hoch denken" wird die Verehrung Krishnas mit dem natürlichen
Leben auf dem Land verbunden. Die vedische Kultur wird u.a. anhand der
Mantrameditation deutlich, die regelmäßig von den Gemeinschaftsmitgliedern
praktiziert wird. Zu den spirituell begründeten Pflichten der Nava-Jiyada-Nrsimha-Ksetra
zählen der Verzicht auf Berauschung, außereheliche Sexualität und Fleischverzehr.
Aus
der spirituellen Grundhaltung ist auch das ökologische Anliegen des
Gemeinschaftsprojektes erwachsen. Das natürliche Leben auf dem
Land wird mit einem Verzicht auf Chemie und einer lacto-vegetarischen
Ernährung (Verzicht auf Fleisch, Fisch und Eier) verbunden, die zu ca.
80% aus eigenem ökologischem Anbau gedeckt wird. Zu den technischen
Hilfsmitteln zählt darüber hinaus eine eigene Kläranlage.
Die
gemeinsame Spiritualität und das Leben auf dem Land, verbunden mit ökologischen
Leitbildern, scheinen im Fall der Nava-Jiyada-Nrsimha-Ksetra
ein grundlegendes Gemeinschaftsgefühl hervorzubringen, auf dessen Grundlage
sich die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele der Mitglieder
offenbar gut vereinigen lassen.