(h) Yamagishi-Vereinigung - Muster des spirituell-öko-sozialen Typs

Die Yamagishi-Vereinigung ist eine spirituell-ökologisch-soziale Gemeinschaft.. Sie besteht aus 20 Erwachsenen und 5 Kindern, die in ländlicher Lage auf einem eigenen, etwa 100 ha großen Gelände (30 ha davon ist Waldfläche) leben. Die Ehepaare, Singles und Kinder fügen sich zu einer Großfamilie zusammen. Zu den Tieren auf dem Gelände gehören eine Angus-Herde (100 Tiere), etwa 180 Schweine, 1800 Hühner, ein Hund und ein Kaninchen.
     
Es dominieren spirituelle, ökologische und soziale Leitbilder. Das übergeordnete Ziel einer offenen Denkweise und einer natürlichen Liebe durch das Schaffen von Harmonie zwischen Himmel, Erde und Menschen (spirituelles Leitbild) wird verbunden mit einem umweltgerechten Leben (ökologisches Leitbild) und dem Wunsch, durch das Zusammenleben ohne Hierarchie eine warmherzige Gesellschaft zu verwirklichen (soziales Leitbild).
  In
der Yamagishi-Vereinigung werden alle Gemeinschaftsmitglieder als gleichberechtigt angesehen, das Entscheidungsprinzip lautet Kensan (Motto: Ich gedeihe zusammen mit anderen). Die Mahlzeiten werden gemeinsam eingenommen, es gibt jedoch keine bestimmten Leitbilder für die Ernährung. Teilweise werden Produkte aus eigenem Anbau für die Zubereitung der Mahlzeiten verwendet. Die Arbeit findet ausschließlich innerhalb des Gemeinschaftsprojektes statt, alle Mitglieder sind in verschiedene Fachbereiche eingeteilt, so dass keiner außerhalb der Yamagishi-Vereinigung arbeitet. Eine gemeinsame Kasse, in die alle Einnahmen durch den Verkauf der selbsterzeugten Produkte einfließen, ist Grundlage zur Deckung der laufenden Kosten. Darüber hinaus hat kein Mitglied des Gemeinschaftsprojektes einen eigenen Besitz. In den Hierarchie- und Entscheidungsstrukturen, den Essensgewohnheiten und auch die Arbeitsaufteilung sticht die soziale Ausrichtung der Gemeinschaft besonders hervor. Auch das tägliche Planungstreffen und einmal monatliche Freundschaftsessen zeigen das soziale Anliegen. Eine Turbine zur Energieerzeugung steht für die ökologische Orientierung. Der Anbau landwirtschaftlicher Produkte findet in Harmonie mit der Natur und den menschlichen Tätigkeiten statt, was sowohl auf die ökologische als auch spirituelle Grundhaltung zurückgeführt werden kann. Die Gemeinschaft wird von Spiritualität getragen: „Die Menschen, die zu uns kommen, schließen sich weniger einer Gemeinschaft an. Vielmehr ist es eine Denkweise und Lebenshaltung, eine Entscheidung, wie ich als Mensch innerhalb der Gesellschaft und des Universums leben will."

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