5.1.1 Bewertungskriterien für SD-Reports

Bei der Bewertung von SD-Reports ist nochmals deutlich zu machen, dass es in erster Linie um die Qualität der Kommunikationsleistung geht. Die Untersuchung der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens an sich, d.h. die Bewertung der einzelnen realen (technischen) Maßnahmen und Ergebnisse, ist dabei sekundär. Gemäß der bisherigen Argumentation ist jedoch anzunehmen, dass Nachhaltigkeitskommunikation auch nachhaltige Ergebnisse katalysiert und begünstigt. Fichter bestätigt dies:

"Die Umweltschutzleistung und die Kommunikation darüber sind nicht das Gleiche! Wir bewerten, ob ein Unternehmen seine Umweltwirkungen transparent macht und umfassend berichtet, und nicht, ob die Produkte umweltfreundlich sind. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass es hier einen logischen Zusammenhang gibt."[204]

Im Einklang mit den in Kapitel 2.4 dargelegten prozeduralen Kriterien sowie in Anlehnung an Wild und die Methode von UNEP/SustainAbility lassen sich die Bewertungsmaßstäbe für SD-Reports weiter konkretisieren:[205]

Reflexion:

  • Wie setzt sich das Unternehmen mit Nachhaltigkeit auseinander? Gibt es ein klares Bekenntnis der Unternehmensleitung zum Leitbild Nachhaltigkeit? Wird ein Zusammenhang der eigenen Geschäftstätigkeit mit nachhaltiger Entwicklung verdeutlicht?
  • Werden die drei Dimensionen vernetzt dargestellt und Dilemmata offen thematisiert?


Dialog/Partizipation/Legitimation:

  • Wie werden Stakeholder in den Lernprozess eingebunden?
  • Inwieweit übernimmt das Unternehmen Verantwortung für nachhaltige Entwicklung?


Transparenz:

  • Ist die Darlegung der operativen Ergebnisse im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich transparent und inhaltlich vollständig?
  • Wird über konkrete Ziele und Maßnahmen berichtet?


Glaubwürdigkeit:

  • Sind die offen gelegten Informationen für Stakeholder relevant und glaubwürdig?
  • Gibt es offensichtliche Diskrepanzen zwischen den Aussagen des Berichtes und dem Verhalten des Unternehmens?

204 Klaus Fichter (Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung), zit. n.
       Schönborn/Steinert (2001): S. 71.
205 Vgl. Wild (2001) sowie SustainAbility/UNEP (2000): S. 54-56.

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